Anmaßungs-Journaille

Hans-Jörgen Manstein findet, dass Aufdeckungsjournalisten nerven. Hier meine Antwort an ihn und warum ich mich nicht von Enthüllungen belästigt fühle.

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Heinz-Christian is watching You!

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Vorzimmerbetreuer gesucht

 

Hinweis in eigener Sache: Ich arbeite bei ATV, einem Mitbewerber des ORF, dennoch helfe ich den Kollegen gerne bei der Rekrutierung. 

Sie möchten also Büroleiter des Generaldirektors des österreichischen Rundfunks werden? Ein ehrenwerter Beruf und glücklicherweise wird gerade eine Stelle frei.

Der österreichische Rundfunk sucht also eine/n “Redakteur/in” der das Büro des GD, also Generaldirektor des ORF, leitet. Nun bin ich selbst Redakteur, glaube aber das die Tätigkeitsbeschreibung in diesem konkreten Fall von der meinen abweicht. Wie üblich, beschreibt der ORF in der Ausschreibung aber keinerlei näheren Erfordernisse, die es braucht um diesen Job zu bekommen. Dies ist keineswegs unüblich, und hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass eine möglichst offene Ausschreibung noch schwerer nachträglich  zu bekämpfen ist.

Nun hat der ORF Generaldirektor ja bereits seine Favoriten geäußert allerdings sollten Sie sich davon keineswegs abhalten lassen. Alexander Wrabetz hat zwar per Aussendung angekündigt “Neuer Büroleiter wird der bisherige Stiftungsrat Nikolaus Pelinka.” Bloß: So einfach ist das nicht. Jobs dieser Größenordnung (Funktion des Generaldirektors, eines Direktors, eines Landesdirektors oder eines leitenden Angestellten) sind laut Paragraph 27 des ORF Gesetzes jedenfalls auszuschreiben. Dort heißt es:

§ 27. (1) Sämtliche Stellen im Österreichischen Rundfunk – einschließlich der im § 26 Abs. 1 genannten Funktionen – sind neben der internen Ausschreibung durch Verlautbarung im “Amtsblatt zur Wiener Zeitung” öffentlich auszuschreiben, soweit es sich nicht um untergeordnete Dienstleistungen handelt.

An dieser Ausschreibung darf natürlich nicht jeder teilnehmen, bitte bewerben Sie sich nur wenn

§26. (1) Sie eine entsprechende Vorbildung oder eine fünfjährige einschlägige oder verwandte Berufserfahrung nachweisen können.

Ein bisheriges Mandat im ORF Stiftungsrat disqualifiziert sie nicht im Geringsten. Da die Regeln für den Stiftungsrat ähnlich schlecht sind wie bei Aktiengesellschaften, gibt es keine “CoolDown” Phase und Sie können natürlich jederzeit von Aufsichtsgremien in operative Funktionen wechseln.

Wenn Sie nun in ihrer Eisenbahnerwohnung sitzen und noch zweifeln, hier die Benefits des Jobs: Die Verwendungsgruppe 16 sieht ein monatliches Gehalt von mindestens 5270,65 Euro vor. Vordienstzeiten werden angerechnet, außerdem können Sie sicher gut verhandeln. Als Redakteur des ORF unterliegen Sie dem ORF-Kollektivvertrag und erhalten Ihren Lohn 15mal jährlich. In dieser Verwendungsgruppe finden sich laut ORF Gehaltsschema auch 

Sie stehen damit in einer Linie mit den Sendungschefs des ORF, knapp unter den Direktoren.

Das Tätigkeitsprofil beschreibt der ORF nicht näher, der Ex-Bürochef von Wrabetz und nunmehrige ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann sagt der Bürochef sei “in Wahrheit ein Referent und ein Zuarbeiter für den Generaldirektor.”

Wenn Sie sich bewerben wollen, brauchen Sie also nicht viel aber Sie brauchen einen Internet Explorer, nur damit kann man das Online-Bewerbungsformular öffnen.

Wenn Sie sich dann beworben haben, dann ist dies aber nur der erste Schritt zum, offenbar gar nicht begehrenswerten, Job des ORF Büroleiters. Die Gleichstellungsbeauftragte des ORF Monika Rupp kann Sie nämlich zum Hearing einladen, um sicher zu gehen, dass keine Frauen benachteiligt werden. Monika Rupp hat mir heute auch bestätigt, dass sie das tun wird, “wenn sich gleich geeignete Kandidatinnen bewerben.” Aber zum 1.1. 2012 werden Sie ganz sicher nicht beginnen können. Bitte kündigen Sie ihren Job nicht vorher. Dieser tweet hat rein gar nichts damit zu tun.

Sollten Sie auch diese Hürde nehmen, könnte die Vergabe des Jobs an Sie, aber bei der KommAustria beeinsprucht werden. Entweder durch einen Mitbewerber des ORF oder durch eine Popularbeschwerde mit 120 Unterschriften. Gegen dessen Beschluss können Sie dann vor dem Bundeskommunikationssenat Einspruch erheben, die letzte Instanz ist dann der Verwaltungsgerichtshof.

Dann haben Sie es geschafft und sind Büroleiter des ORF Generaldirektor. Geht doch ganz einfach, wenn Ihnen das aber noch zu kompliziert ist, dann empfehle ich diesen Kontakt. Vielleicht kann sie helfen.

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Meeting Rick

 

Am 9. November 2011 um 21.10 Uhr Ortszeit war Rick Perrys Kampagne für die US-amerikanische Präsidentschaft Geschichte. Der wohl aussichtsreichste Kandidat der Republikaner noch im August hat sich schon  wenige Wochen später aus dem Kampf um die Nominierung katapultiert. Seit er am 13. August ins Rennen eingestiegen ist, hat nur Mitt Romney mehr Geld eingesammelt, doch schon jetzt scheint klar: Die gut 17 Millionen US-Dollar die an die Perry Camapaign zur Stunde gegangenen sind, sind ziemlich sicher sinnlos. Rick Perrys Blackout bei der Debatte in Michigan hat seine Chancen bei dieser Wahl endgültig begraben. Wie kann man in nicht einmal 14 Wochen alles verlieren? Vom unumschränkten Superstar zum verlachten Loser abstürzen, in nicht einmal drei Monaten.

Wer wissen will, wer gegen Barack Obama antreten kann, der muss den Ronald Reagan Highway nehmen. Vorbei an dem Ort jenem Ronald Reagans erste Volksschule steht, und vorbei an jenem kleinen Dorf, ganz im Westen Illinois, wo der Säulenheilige moderner Republikaner geboren wurde. Tampico, ein 800 Seelen Kaff, auf direktem Weg von Chicago ins Vorwahl-Mekka Iowa, mit kaum mehr als ein paar Häusern, einer Bank und einem Supermarkt, ist der Geburtsort jener Legende, aus der konservative Träume sind. Hier ist der mittlere Westen Amerikas, mitten in den schier unendlichen Kornfeldern – nicht nur räumlich weit weg vom Sündenpfuhl Chicago – hofft man darauf, dass der Morgen zurück kommt nach Amerika – jener Morgen den Ronald Reagan in der wohl besten Wiederwahlkampagne der politischen Geschichte beschwört.

Heute kämpft Tampico  mit den Problemen vieler Dörfer in Amerika. Viele Häuser sind vernagelt, wer kann zieht in die größeren Städte in der Nähe, denn Arbeit gibt es hier schon lange wenig. Hier war einmal die Kornkammer Amerikas, dann zogen über Amerika Stürme, soviele Naturkatastrophen wie noch nie, und dann auch noch die Finanzkrise. Farmer in Amerika zu sein bedeutet riesige Felder mit Einfammilienhaus großen Mähdräschern zu beackern, zur Zeit bedeutet es vor allem einen langsamen Tod. Die Finanzkrise hat auch Tampico nicht verschont. Hier wurde jener Mann geboren, dessen unregulierte Märkte jene Implosion des Bankensystems angerichtet haben, die nun hierher zurückgekehrt ist. Zukunft hatte Tampico wahrscheinlich nie, aber langsam erodiert auch die Vergangenheit.

Einige hundert Kilometer weiter treffe ich an einem grauen Mittwoch Vormittag im September jenen Mann, von dem alle sagen, er hätte als einziger die Chance, Obama zu schlagen. Rick Perry, Gouverneur von Texas, Ikone der Rechten, seit wenigen Wochen im Wahlkampf um die Nominierung der Republikaner.

Uncle Nancy’s Coffee House und Bakery haben Perrys Leute in ein kleinesVorwahl Fernseh-Studio verwandelt. Alles, was zählt, ist diese eine Einstellung, wenn Rick Perry am Rednerpult steht und diesen einen Satz von sich gibt mit dem er es letzten Endes in die Hauptnachrichten schafft.  Alle drei lokalen Fernsehnetworks sind hier, drei, vier Printjournalisten und viele aus der Umgebung die Rick kennen lernen wollen. Er sieht fit aus. Das Hemd sitzt so perfekt wie die Haare, nichts an Rick Perry wirkt unecht, aber vieles surreal. Das Lächeln, der Händedruck, die Geschichten mit denen er hier in im kleinen Kaff Newton in Iowa punkten will.

Die warmen Sonnenstrahlen der Vergangenheit, die er an diesem nasskalten Septembermorgen nach Newton holt, sind Balsam auf geschundene republikanische Seelen. Er spricht viel über sich selbst, seine Ideen, kaum über seine Mitbewerber oder gar den Präsidenten. Perry nimmt sich Zeit für die gut 100 Menschen, die gekommen sind. Er spricht nicht nur von den besseren Zeiten, er macht Wahlkampf wie damals, küsst Babies, herzt Veteranen. Bedient das Herz des Herzen Amerikas, wie er es nennt – und mit ihm jene Schicht, die sich heute noch als weiße Mittelschicht sieht, obwohl sie es längst nicht mehr ist. Denn die ist farbig, jung und lebt in den Städten. Das ‘Change’ des Barack Obama war hier immer eine Drohung. Rick Perry erzählt von seinem letzten Wahlsieg, einem Sieg von allen. Er hat nie verloren, keine Wahl, keine politische Schlacht, keine Jobs. Das ist seine Erzählung, sein Leitmotiv. Rick wins.

Wochen später ist er am Ende, die Kampagne ein wüstes Sammelsurium an Anbiederungen an die Tea Party, Rick Perry setzt mit dem jetzt schon legendären ‘Ooops‘ seiner Kampagne ein Ende. Ein böser Fehler, den ein starker Kandidat weckgesteckt hätte, aber Perry war schon am Ende und ist nun weit darüber hinaus. Als ich Perry im September treffe, liegt er bei 30 Prozent, weit vor Mitt Romney und den anderen, jetzt liegt er bei 8 Prozent weit abgeschlagen. Da braucht es mehr als ein paar vergessene Agencies, um so tief zufallen.

Perry steigt spät ein ins Rennen, viel zu spät sagen einige. Er ist stark bei der extremen Rechten, will das Feld von dort aufrollen, er hat den Star-Bonus, bekommt viel Aufmerksamkeit und rutscht dann schnell ab. Perry ist Gouverneur eines großen und boomenden Bundesstaates. Texas hat dank des Ölpreises viele neue Jobs. Perry sagt, er sei es gewesen, doch an jedem Job klebt Öl, nicht Perry. Doch Perry war es auch, der umstrittene Einwanderungsgesetze in Texas erlassen hat. Seiner Basis tut das weh. Perry ist unerfahren in Washington. In zehn Jahren als Gouverneur von Texas nahm er nur an vier Debatten Teil, sein Gegenüber Mitt Romney ist so oft hinter einem Debatten-Pult es gibt kaum Fotos von seinem Unterleib. Perry ist unerfahren und bleibt dann nicht auf seiner Message. Anstatt über Jobs, und Jobs und Jobs zu sprechen verirrt sich Perry in immer neuen Liebesdiensten für seine Tea Party. Seine Kampagne beginnt nie wirklich zu laufen und so sinkt er schneller als er gekommen ist wieder in den Umfragen ab.

Rick Perry wird wohl nicht die republikanische Nominierung gewinnen. Er wird wohl weiter in Texas bleiben. Seine Kampagne ist nicht zu Ende, auch wenn er versucht mit einem massiven Schub an Fernsehwerbung wieder Halt zu fassen.

Am Weg zurück nach Chicago kann man auch bei einer anderen Sehenswürdigkeit stehen bleiben. Der Herbert Hoover Library. Hoover war ein blasser, ein schwacher Präsident, der es nie raus geschafft hat aus der Kleinstadt-Quäker-Mentalität seiner Heimatstadt West Branch. Hoover kam mit Washington nicht zurecht, weil er ein Outsider war – beliebt zu Hause, verlacht in Washington. Perry hat wohl mehr von  Hoover als von Reagan.

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Faymann mit Fail

Werner Faymann probiert Facebook. Oder besser er probiert Satire. Seit Tagen bricht kein Shitstorm sondern ein Jokestorm über den Kanzler nieder, den man so schon lange nicht gesehen hat. In Interviews ratet selbst die Netz-Beauftragte des Kanzlers mit wer ihren Chef denn da verarscht, der zweite Post von Faymann selbst auf seiner neuen 180.000 Euro Facebook Seite: Ein Video von Maschek. Ausgelöst hat das alles ein twitter Account. @WernerFailmann

Mittlerweile hat die Failmann-Jagdgesellschaft #csifailmann fast alle Verdächtigen durch, ist aber offensichtlich nicht mal knapp dran. Gestern Nacht liegt ein mail von @WernerFailmann in meinem Postkasten.

Die Rettung der Welt lässt zur Zeit keine TV-Auftritte zu, aber es wird der Zeitpunkt kommen. Dann wird Werner Failmann sagen, wer er ist. Geduld.

Failmann verrät sich nicht, aber etwas über seine Beweggründe.

Halbe Löwel jagt uns. Was sehr amüsant ist. Weil sie in Wahrheit völlig im Dunkeln herumirren.

Lustig ist, egal was wir twittern: jeder interpretiert was rein. isabelledaniel meint man müsse mit nedi telefoniert haben nur weil man irgendwas schreibt, was man erfindet. andere glauben es sei der oder die oder ein anderer weil ständig sachen hineininterpretiert werden.

zugegeben: werner failmann entstand aus einer laune heraus, weil das bka echt nix auf die reihe kriegt in punkto social media. man wollte sich zuerst mal lustig machen. und die kritik an faymann richtet sich generell an jene die sich dem boulevard unterwerfen.
dann hat uns die lust gepackt zu zeigen dass man für eine hyper.kampagne kein geld sondern nur hirn, kreativität und kommunikationstalent braucht.

ein paar tweets, ein paar prominente freunde auf die sache ansetzen die dann retweeten und spekulieren. dann aufruf an medien. datum schnappt zu. standard-chat war der durchbruch. und die ots heute bricht alle rekorde. mit abstand meistgelesene OTS heute.

zu zeigen was man machen kann ist eindrucksvoll gelungen. die campa läuft super und nun beraten wir was man am besten macht.

es gibt verschiedenste szenarien.

weil sie sich so bemühen und sie der kanzler mag ein hinweis: die tweets,der chat, das interview,dieses email.all das wird von einer person geschrieben. die ganze campa selbst besteht aus mehreren. ist ja viel zu tun. nebelgranatenwerfen und so.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum?

als jemand der den politischen betrieb hautnah erlebt kannst du dir die antwort ja selbst geben. einfach faymann zuhören, rudas zuhören. schauen was an politik gemacht wird, wie politik gemacht wird.

radlegger hat alles gesagt und auch lacina. es trifft nicht nur auf faymann zu. auf alle anderen doch auch.

mitten in der größten krise aller zeiten eine regierung zu haben die nur auf die schlagzeile oder umfrage von morgen schielt ist ein wenig zuviel an satire. du jagst ja auch die geschichten. und sie jagen halt die schlagzeile.

warum man sowas macht?

1. weil es geht und es sich so entwickelt hat. dass es so abhebt war doch etwas unerwartet, aber nicht unlogisch.
2. natürlich macht man sowas nicht nur weils geht sondern man will menschen aufzeigen wie absurd das alles ist.
3.social media ist interaktion und nicht videos und sätze hochladen und dem leser hinwerfen.

#csifailmann übernehmen sie. Nur ein Hinweis von mir: Campa war der Name der internen Vernetzungsplattform der SPÖ, seit einigen Jahren heißt sie redbook.

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Faymanns Werk und Spindeleggers Beitrag

“Warum soll es der ÖVP anders gehen als den internationalen Börsen, Spielraum nach unten ist immer.” Wer heute mit ÖVP Mitgliedern spricht, erntet vor allem eines für den Zustand der eigenen Partei: Spott. Die ÖVP ist am Boden – und bleibt es auch. Der heute veröffentlichte ATV-Österreich.TREND (23.-28.9.; n=1000, ± 3,1% Schwankungsbreite) zeigt auf den ersten Blick keine allzu revolutionären Neuigkeiten. Die FPÖ verliert klar ihren ersten Platz an die SPÖ, die mit 30 Prozent bequem vor allen anderen Parteien liegt, die ÖVP verliert ein Prozent, und das BZÖ liegt bei ein bisschen überraschend hohen 6 Prozent. Kann sich ja alles noch ändern, ist noch lange hin bis zur Wahl, oder nicht?

Ja, oder eben nicht. Denn während es in den darunterliegenden Daten einen Gewinner gibt, gibt es eben so einen klaren Verlierer. Werner Faymann kann sich die Hände reiben bei diesen Zahlen. Nicht nur weil seine Partei wieder klar Nummer eins ist, sondern wegen einiger Zahlen über die wir gleich noch sprechen. Zuvor aber das Unangenehme. Von Kanzlerbonus für Werner Faymann kann man längst nicht mehr sprechen, den hat schon Alfred Gusenbauer gegen Prämienmeilen bei der Lufthansa eingetauscht. Gute Persönlichkeitswerte wird Faymann (Kanzlerfrage : 18 Prozent) so schnell nicht erreichen, aber seine Stärken liegen ganz woanders.

SPÖ Wähler die mit der Arbeit der Regierung zufrieden/sehr zufrieden sind: 51 Prozent, im Vergleich dazu die Durchschnittsbevölkerung: 20 Prozent. Der Glaube an die Demokratie ist bei SPÖ Wählern (zufrieden/sehr zufrieden) mit 66 Prozent überdurchschnittlich hoch im Vergleich zum Durchschnitt bei 45 Prozent und zum Schluss noch das Gerchtigkeitsempfinden. 60 Prozent der SPÖ Wähler glauben dass es in Österreich eher gerecht zugeht, im Durchschnitt glauben dass nur 40 Prozent. Man kann also zusammenfassend sagen: SPÖ Wähler glauben an das System Österreich und auch an das System Faymann. Wir haben im ATV Österreich.TREND keinerlei Hinweise gefunden, dass der SPÖ die Inseratenaffäre zur Zeit nur irgendwie schadet, ihrem Chef schadet sie ein wenig bei den Persönlichkeitswerten.

Und dann ist da noch die ÖVP und ihr Chef Michael Spindelegger. Wer dachte 18 Prozent für einen amtierenden Kanzler seien schlecht, dem sei diese Grafik empfohlen. Der schwarze Strich mit dem Hang nach unten, dass ist jener von Michael Spindelegger. Nur noch jeder zehnte Österreicher hält den amtierenden Vizekanzler Michael Spindelegger für einen guten Kanzler. Solche Werte hatte zuletzt FPÖ Vizekanzler Hubert Gorbach. Selbst unter den ÖVP Anhängern würden nur 58 Prozent Spindelegger als Kanzler direkt wählen, hingegen 71 Prozent der SPÖ Anhänger Faymann und gar 79 Prozent der FPÖ Anhänger Strache.

Wirklich desatrös im Übrigen: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) findet keiner der Genannten “kann Kanzler”. Weit mehr als einzelnen Figuren wird der generellen Unfähigkeit in der Politik vertraut. Aber zurück zu Michael Spindelegger, und den Werten der ÖVP.

Überraschend die Werte bei der Gerechtigkeitsfrage. Während 60 Prozent der SPÖ Wähler Österreich als gerechtes Land einstufen, würden dies nur 45 Prozent der ÖVP Wähler. Außerdem sind die ÖVP Wähler mit der Demokratie in Österreich unzufriedener als SPÖ Wähler. 49 Prozent ÖVP zu 66 Prozent SPÖ.Die ÖVP hat ein dramatisches Problem: Ihre Wähler glauben nur mehr sehr eingeschränkt an jenes System, dass die ÖVP seit Jahrzehnten mitregiert. SPÖ Wähler sind tendenziell zufriedener mit den Zuständen in diesem Land, der Regierung, der Demokratie, die ÖVP-Wähler haben offenbar damit abgeschlossen, vertrauen der Führungspersönlichkeit ihrer Partei nicht mehr und den Institutionen die sie vertritt.

All das sind klare Zeichen, dass etwas schief läuft bei den Schwarzen, und die Roten zur Zeit nicht viel falsch machen können.

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Memory

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Oslo. Danach.

Interviews will er keine geben. Er sitzt im Herzen der Weltpresse, isst Pizza und starrt unentwegt auf diesen Fernseher. Unaufällig wie viele hier, ein Junger Techniker vielleicht, er spricht kaum sondern schaut nur. Das staatliche Fernsehen wiederholt zum x-ten mal die grauenhaften Bilder, die zeigen wie Anders Behring Breivik mutmaßlich Menschen hinrichtet.

92 sind es zur Stunde. Niedergemetzelt auf einer traumhaften Urlaubsinsel oder gesprengt, kurz vor Dienstschluss mitten in der Osloer Innenstadt. Die Attentate vom Freitag erschüttern das kleine Norwegen.

Er war dabei. Der Mitzwanziger hat sich mit Freunden auf der Toilette versteckt. Obwohl längst SMS kamen, dass alles vorbei sei, blieben sie solange bis die Polizei zu ihnen kam. Sie hatten Angst vor einem zweiten Täter, einer blonden Frau mit Waffen die auch unterwegs sein soll, und Jugendliche abknallen, wie es der Typ macht.

Er erzählt nur bruchstückhaft, fast technisch was passiert ist, sein Blick verlässt den Fernseher beinahe nie. Ein kanadisches Fernsehteam hat ihn mitgenommen in die Sperrzone, wo die Journalisten in Oslo ihre Aufsagerpositionen bezogen haben, dort sitzt er jetzt und sieht fern. Angesprochen wird er fast nicht, wer es doch tut, bekommt Geschichten erzählt, die den Hals zuschnüren. Heute Nacht hat er immerhin ein paar Stunden geschlafen, seine Mutter hat bei ihm geschlafen, lies ihn nicht mehr los. Sie braucht Schlaftabletten um zur Ruhe zu kommen, er beruhigt sie und schläft bald ein. Vor die Kamera will er nicht, er hat schon zwei Interviews gegeben. Das muss reichen. Warum ist er nicht zu Hause bei Freunden, warum gerade hier, inmitten des Medienwahnsinns? Keine Antwort, er muss jetzt gehen, und verschwindet irgendwo am Platz.

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Ein letzer Satz noch: Das Band von Utøya, das Eintrittsband zur Insel wird er es abnehmen, oder warten bis es von selbst abfällt? Er weiß es noch nicht, mal sehen.

Vor dem Dom in Oslo hat sich bereits ein Blumenmeer gebildet. Viele weinen, noch mehr fotografieren. Touristen drängen sich nach vor, packen ihre teuren Spiegelreflexkameras aus und machen Fotos, vom Leid. Das Leid sind fünf Jugendliche zusammengekauert wie ein Wollknäuel, ein Haufen Elend aus dem hin und wieder ein Schluchzen dringt. Sie trauern um einen Freund, niemand wagt sich zu ihnen, alle sehen sie an.

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Eine Straße weiter geht das Leben scheinbar normal weiter, in einem Pub wird irgendein Fussballspiel gezeigt, davor versuchen ein goldener Elvis und ein Clown Touristen zu Fotos zu animieren. Es ist Alltag, scheinbar. Der Alltag entrückt, nur um ein paar Grad, gestern Nachmittag als die riesige Bombe explodiert und ins Herzens Norwegens ein Loch sprengt. Gerade genug um jetzt, da der Alltag zurück kommt, zu schmerzen. Vor einer Bank hat ein Maler seinen Stand aufgebaut. Zwischen den Bildern – ein Plakat in dem er seine Trauer ausdrückt.

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Der letzte Satz schneidet am tiefsten. “Hinter mir war Glas.” Was keinen Sinn ergibt, wird klar wenn man wieder aufschaut. An dem Platz an dem er jeden Tag steht, nur nicht an jenem 22. Juli, war eine riesige Glasscheibe. Wäre er dort gewesen, die Splitter hätten ihn getroffen.

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Die Sperrzone

Oslos Innenstadt, 24 Stunden nach der Bombenexplosion vom Freitag. Die Innenstadt ist weiträumig abgesperrt.

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Van der Bellens Job

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Es gibt Politiker die sind gleicher als gleich. Es gibt Politiker die kommen bei den Wählern besser an, als der Durchschnitt. Karl-Heinz Grasser 2002 für die ÖVP zum Beispiel. Je nach Studie gehen die Meinungsforscher davon aus, dass Grasser Wolfgang Schüssel zumindest ein paar Prozentpunkte gebracht hat, und so mitverantwortlich war für den schwarzen Sieg.

Alexander van der Bellen ist der grüne Vorzugsstimmenkaiser. Keiner, nicht mal die amtierende Bundessprecherin kommt bei der eigenen Basis so gut an. 2010 kandidiert der grüne Superstar für den Gemeinderat, und bewahrt mit seinen Vorzugsstimmen die Grünen vor einer herben Niederlage an den Wahlurnen. Ein Stadtratsposten für van der Bellen war in der rot-grünen Koalition nicht drin deshalb wurde für ihn ein Posten erfunden. Alexander van der Bellen verdingt sich nun als Hochschulbeauftragter der Stadt Wien.

Seither hat man in der Öffentlichkeit wenig gehört, vom neuen Hochschulbeauftragten. Bis sich auf twitter folgender Dialog ergab.

Weil das keine schlechte Idee ist, und weil ich immer schon wissen wollte was van der Bellen eigentlich macht, habe ich ihm per e-mail ein paar Fragen gestellt.

Wie würden sie ihre Tätigkeit als Hochschulbeauftragter beschreiben? Oder: Was machen sie eigentlich den ganzen Tag?

Es war höchste Zeit für die Stadt Wien, sich mehr (manche würden sagen: noch mehr) für die hier ansässigen Universitäten und die hier erbrachte Forschungsleistung einzusetzen. Dank Rot-grün ist es nun gelungen, diesem notwendigen Vorhaben einen Stellenwert einzuräumen, der seiner Wichtigkeit entspricht. Nicht jede Stadt leistet sich einen Stadtbeauftragten für Universitäten und Forschung. Aber es profitiert ja auch nicht jede Stadt in so großem Ausmaß von ihren Universitäten und Forschungsinstitutionen wie Wien. Wir dürfen den Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren.

Dieses Interesse haben die Universitäten und vielen Forschungsinstitutionen, die in Wien ansässig sind und die einen unschätzbaren Mehrwert für diese Stadt darstellen, auch dankend zur Kenntnis genommen. Entsprechend zahlreich haben sie sich in den ersten Monaten (der Gemeinderatsbeschluss meine Position betreffend fiel ja erst im März) bei mir gemeldet.

Es freut mich, schon jetzt konkrete Ergebnisse vorweisen zu können. Etwa die Rettung des international anerkannten und gut vernetzten IWM (Institut für die Wissenschaft vom Menschen), für das ich mich sehr eingesetzt habe. Es war als Folge der kurzsichtigen und ökonomisch völlig unsinnigen Einsparungen des Bundes bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen lange Zeit von der Schließung bedroht. Oder die Vermittlung zwischen Stadt und Universitäten im Bereich der Mobilität von Studierenden aus Drittstaaten. Da war nämlich Feuer am Dach.

Das renommierte Wellesley College, Alma Mater von Hillary Clinton, hat das Austauschabkommen mit der Universität Wien bereits gekündigt. Der Grund waren die Schwierigkeiten mit Visum und Aufenthalt, welche die amerikanischen Studierenden dieser Eliteuni in Österreich hatten. Schuld ist natürlich das Fremdenrecht. Wien ist aber direkt betroffen, weil es mit der Vollziehung des Fremdenrechts betraut ist. Außerdem leidet die Reputation der Stadt. Ich habe dazu auch einen Gastkommentar in der Wiener Zeitung geschrieben.

In einer Reihe von Treffen mit Betroffenen von den Universitäten, der Stadt und anderen involvierten Institutionen wie dem Wissenschaftsministerium oder dem Österreichischen Austauschdienst (ÖAD) haben wir konkrete Lösungen erarbeitet. Dadurch konnten wir zwar das Fremdenrecht immer noch nicht ändern. Aber im Bereich seiner Abwicklung durch die Behörden der Stadt gibt es nun eine deutliche Verbesserung. Ich habe davon öffentlich u.a. in einer Podiumsdiskussion in der Urania berichtet.

Ein anderer Fall betrifft einen diplomierten Maschinenbauer aus Georgien, der als anerkannter Flüchtling in Österreich lebt. Er ist Inhaber mehrerer Patente, verdingt sich aber als Schichtarbeiter, weil er hier keine seiner Qualifikation entsprechende Beschäftigung findet. Diese Verschwendung an Talent und geistigem Potential können wir uns nicht länger leisten, wollen wir international mithalten.

Im Sinne der Ergebnissicherung werde ich gegen Jahresende einen Bericht zur Lage der Universitäten und der Forschung in Wien verfassen. Der Bericht wird nicht nur auf Gegenliebe stoßen, so viel steht fest. Aber ich sehe es durchaus als Teil meiner Aufgabe, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

Wie viel Zeit verwenden sie für diese Tätigkeit, wie oft sind sie auf Universitäten oder Bildungseinrichtungen?

Mein Arbeitspensum ist stark angestiegen und befindet sich mittlerweile fast wieder dort, wo es in meiner Zeit als Bundessprecher war. Aber als Überzeugungstäter kann ich angesichts der vielen Herausforderungen, die sich dem Wissenschaftsstandort Wien stellen, nicht kürzer treten. Ich bin deshalb täglich in meiner neuen Funktion unterwegs. Sei es auf einer der Wiener Universitäten oder bei einer der relevanten Stellen der Stadt Wien – das sind mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Das beinhaltet auch repräsentative Aufgaben wie die Eröffnung des neuen Röntgenzentrums der TU oder die Teilnahme an Veranstaltungen der Wissenschaftscommunity.

Seit einigen Monaten habe ich ein Büro in der Schlickgasse, wo sich auch der Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds befindet. Zu vielen Terminen lade ich dorthin, sodass dort mittlerweile viel Leben eingekehrt ist.

Glücklicherweise ergänzt sich meine Rolle als Stadtbeauftragter in einigen Punkten mit der im Nationalrat. Nicht zuletzt, weil viele der Probleme, die der Bund im Bereich der Universitäten und Forschung verursacht, Wien besonders betreffen. Schließlich ist Wien der mit Abstand größte Wissenschaftsstandort Österreichs. In Wien werden 60% der Forschungsleistung ganz Österreichs erbracht.

Hatten sie bereits einen Termin bei Minister Töchterle? Gab es Ergebnisse?

Ich kenne Karl-Heinz Töchterle ja schon länger. Wir haben seit seiner Nominierung im Wissenschaftsausschuss miteinander gesprochen. Für einen eigenen Termin hat es bisher nicht gereicht. Er ist ja jetzt vielbeschäftigt.

Töchterle ist zwar der zuständige Bundesminister, ich konzentriere mich aber vor allem auf das, was Wien im Bereich der Universitäten und Forschungseinrichtungen tun kann. Da gibt es einige wichtige Schnittstellen, die die Stadt direkt mit den Universitäten verbinden wie z.B. Fragen der baulichen Infrastruktur, die wiederum für die Stadtplanung von Bedeutung sind und bisher zu wenig Aufmerksamkeit erfahren haben. Da ist viel zu tun.

Dennoch habe ich mit Karl-Heinz Töchterle in nächster Zeit noch ernste Worte zu sprechen. Denn so, wie sich die Arbeitssituation für junge ForscherInnen und Forscher an unseren Universitäten derzeit gestaltet, kann es nicht weiter gehen: Kurz- bzw. Kürzestverträge, schlechte Bezahlung und mangelnde Infrastruktur. Es ist seine Aufgabe als Wissenschaftsminister dafür zu sorgen, den Universitäten die adäquate Finanzierung zu sichern. Auch wenn das bedeutet, dass er bei der Finanzministerin mit einiger Vehemenz auftritt, wie es ihm die Rektoren zum Teil ja schon vormachen. Denn die Leistungsvereinbarung des Bundes mit den Universitäten kann ja nicht so aussehen, dass der Bund Leistungen vorschreibt aber den Universitäten die Mittel zur Erfüllung dieser Leistungen verwehrt.

Wie viele Termine gab es bereits mit dem Bürgermeister oder dem Stadtrat für Wissenschaft Andreas Mailath-Pokorny? Gab es hier konkrete Ergebnisse?

Ich bin sowohl mit Bürgermeister Häupl als auch mit Stadtrat Mailath-Pokorny immer wieder in Kontakt. Mit Mailath-Pokorny habe ich einen Jour Fixe, bei Bedarf treffen wir uns öfter. Außerdem gibt es auf Ebene unserer Büros ständigen Kontakt und Zusammenarbeit. Wir haben schnell einen Weg gefunden aus der potentiellen Konkurrenzsituation eine der wechselseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit zu machen.

So werden wir noch diesen Herbst die Rektoren und Rektorinnen der Wiener Universitäten, Privatunis und Fachhochschulen zu einem gemeinsamen Treffen zum Thema Internationalität einladen. Wir sind auch dabei, für die vielen Forscherinnen und Forscher aus aller Welt, die in Wien leben und arbeiten, zum Dank für ihren Beitrag zum Wiener Wissenschafts- und Forschungsstandort einen Empfang im Rathaus vorzubereiten. Eine symbolische Geste, klar, aber solche Symbole sind wichtig, wenn wir im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe konkurrenzfähig bleiben wollen.

Wir haben auch beschlossen, ab 2011 im jährlichen Wissenschaftsbericht der Stadt Wien klar und ausführlich die Ausgaben zu nennen, die Wien für Wissenschaft und Forschung tätigt. Die Ausgaben sollen transparent und den Wienerinnen und Wienern leicht zugänglich sein. Das war bisher nicht der Fall.

Ihre Tätigkeit umfasst den “Laufenden Dialog zwischen Wissenschaft und Stadt” Was machen sie da, wie kann man sich das vorstellen?

Nehmen wir das Thema Internationalität: Der FC Barcelona wäre, würde er nur Katalanen beschäftigen, wohl immer noch ein guter Verein. Aber Weltspitze wäre er nicht mehr. Ähnlich würde es der Staatsoper ergehen, dürften dort nur noch ÖsterreicherInnen spielen und singen. In der Forschung ist es nicht anders. Wer international mitspielen will, muss Barrieren für die Mobilität von ForscherInnen abbauen und internationalen Austausch und Vernetzung fördern so gut es geht.

Als Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung bemühe ich mich in Gesprächen mit VertreterInnen der Universitäten, aus dem Forschungs- und Wissenschaftsumfeld sowie den zuständigen Magistratsabteilungen, die Öffnung der Stadt und ihre internationalen Chancen voranzutreiben. Hier trete ich also als Vermittler auf. Ich bin froh, hier nach wenigen Monaten sicher gestellt zu haben, dass Wien alles in seiner Macht stehende tun wird, um Barrieren für die Wissenschaft abzubauen – selbst wenn es uns der Bund mit seinem Fremdenrecht denkbar schwer macht.

Ein anderes Thema ist die Vernetzung des Forschungsstandorts Wiens mit der Region. Ich habe kürzlich mit einer Delegation Brünn (Brno) besucht. Dort entsteht eine beachtliche Forschungsinfrastruktur im naturwissenschaftlichen Bereich. Eine Kooperation ist aufgrund der Nähe naheliegend – im wahrsten Sinnen des Wortes. Ich habe Wien mit dem Ziel repräsentiert, gemäß dem Rot-Grünen Regierungsübereinkommen neue Plattformen und Andockstellen für in Wien ansässige Wissenschaft zu identifizieren. Es ging mir darum, von Beginn an den Willen der Stadt und seiner Forschungslandschaft zur Kooperation mit diesem aufstrebenden Standort deutlich zu machen. Das ist auch gelungen. Das Interesse an enger Kooperation ist auf beiden Seiten groß. Im Herbst laden wir zu einem ersten Gegenbesuch und werden dazu möglicherweise auch KollegInnen aus Bratislava einladen.

Tragen sie in irgendeinem Bereich selbst Verantwortung, können sie Entscheidungen treffen, verfügen sie über ein Budget?

Ich bin ein Verfechter des rotgrünen Projekts der ersten Stunde. In meinem Bereich trage ich natürlich Verantwortung, treffe Entscheidungen daher eigenverantwortlich. Dafür steht mir auch ein Budget von 210.000.- Euro zur Verfügung, von dem ich ein kleines Büro, MitarbeiterInnen und Veranstaltungen wie Expertenrunden oder eben Podiumsdiskussionen finanziere. Ich selbst arbeite ehrenamtlich.

Nach den ersten Monaten meiner Arbeit als Stadtbeauftragter kann ich sagen, dass es Freude macht und mit einer gewissen Genugtuung verbunden ist, ganz konkrete Lösungen für ganz konkrete Probleme zu finden und umzusetzen.

PS: Zum Fahrradbeauftragten eigne ich mich überhaupt nicht. Ich bin nämlich nicht nur Raucher, sondern auch Autofahrer und leidenschaftlicher Fußgänger.

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